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Relegation TVPvsMTV 18052019 9642

Plochinger Bierduschen
Der TVP feiert ausgelassen den Aufstieg in die 3. Liga

34:29-Sieg im Relegationsrückspiel gegen MTV Dinslaken.

PlochingenEs gab das volle Programm, in der Plochinger Version: Spontane Jubeltänze, gemeinsame Gesänge mit den Fans, Aufstiegsshirts – und Bier- statt Sektduschen.

Bier statt Sekt, das passt zu diesem größten Erfolg in der Geschichte des TV Plochingen: Die Mannschaft hat sehenswerten Handball gespielt, sich den Aufstieg in die 3. Liga aber vor allem als Team erarbeitet. Als Team auf dem Spielfeld, angeleitet vom Trainerteam und unterstützt vom Team um das Team. Durch den verdienten 34:29 (16:11)-Sieg im Relegationsrückspiel gegen den Nordrhein-Meister MTV Rheinwacht Dinslaken – das Hinspiel hatte 28:28 geendet – haben die Plochinger den Aufstieg geschafft.

„Wir sind alle Plochinger Jungs“ und „Hier regiert der TVP“, sangen die Fans auf den mit 1000 Zuschauern proppenvollen Rängen schon während der Begegnung. „Oh, wie ist das schön“, schmetterten sie nach der Schlusssirene. „Die Nummer eins im Bezirk sind wir“, sang noch erstaunlich stimmgewaltig der scheidende Trainer Daniel Brack anschließend durch das Megafon. Plochingen in der 3. Liga und nach dem Abstieg des TSV Neuhausen das männliche Top-Team in der Region – für viele ist es kaum zu fassen. „Es ist einfach nur geil“, jubelte das Plochinger Eigengewächs Christopher Weiß, der wie im entscheidenden Relegationsspiel beim Aufstieg in die Baden-Württemberg Oberliga auf den Tag genau vier Jahre zuvor einen Sahnetag erwischt hatte. Und: „Während der Hinrunde hätte ich nicht gedacht, dass wir das schaffen.“ Aber die Plochinger haben es geschafft. Weil sie diszipliniert wie leidenschaftlich Handball spielen. Weil sie eine stabile Mannschaft haben. Und, wie Brack sagte: „Es haben alle ihr Herz am rechten Fleck, deshalb sind wir verdient aufgestiegen.“

Nach dem Unentschieden im Hinspiel war die Ausgangslage für den TVP gut. Doch auch die Dinslakener warfen, angefeuert von sensationellen Fans, alles in die Waagschale, was sie hatten. Manchmal vielleicht etwas zu viel: Das Spiel war teilweise hektisch, die Wurfquote war auf beiden Seiten nicht gut – vor allem nicht auf der der Gäste. Das lag aber auch an Plochingens Torhüter Marius Nagel, der den Job zwischen den Pfosten fast alleine erledigen musste, weil der angeschlagene Sebastian Dunz nur für wenige Minuten aufs Spielfeld kam und Routinier Thomas Holl als Backup auf der Bank blieb.

Das Team glaubt an sich

Insgesamt war den Plochingern, die auf Kapitän Dominik Eisele (Urlaub) verzichten mussten, anzumerken, wie sehr sie an sich glaubten. Ab dem Treffer zum 7:5 durch Henrik Bischof nach einem sehenswerten Zuspiel von Lukas Fischer lagen sie immer recht sicher vorne. Als die weiter leidenschaftlich kämpfenden Dinslakener während der zweiten Hälfte von 13:21 auf 21:24 herangekommen waren, erzielte Weiß nach einem abgefangenen Ball das 25:21. Die Halle tobte und die Plochinger brachten den Sieg über die Zeit.

Die Dinslakener haben jetzt noch eine weitere Aufstiegschance in der zweiten Relegationsrunde gegen den TV Kirchzell und den HSC Bad Neustadt. Die Plochinger wünschten ihnen dafür von Herzen Glück. „Die lange Saison macht sich kräftemäßig bemerkbar“, sagte Rheinwacht-Coach Harald Jacobs, der für die nächsten Spiele dennoch zuversichtlich ist. Auch Dinslakens Bester Fabian Gorris versuchte, die Enttäuschung schnell abzuschütteln: „Plochingen hat gute Spieler, Lukas Fischer ist der beste, gegen den ich je gespielt haben. Das hat auch Spaß gemacht.“

Bei den Plochingern war die Zeit der Emotionen. Die Zeit des Jubelns. Und die Zeit des Abschiednehmens. Für das Trainergespann Brack und Joachim Rieck sowie die Spieler Julian Maier, Felix Zeiler, Dunz, Nagel und Fischer war es der letzte Auftritt für den TVP. Fischer wirkte ein bisschen traurig. Mit biergetränkten Haaren stand er da. „Meine Gedanken sind noch nicht in Neuhausen“, sagte er angesichts der Tatsache, dass er als frisch gebackener Drittliga-Aufsteiger zu seinem frisch aus der 3. Liga abgestiegenen Heimatverein zurückkehren wird. „Jetzt will ich erst einmal Spaß haben.“

Stolzer Trainer

Den hatten die Plochinger, und sie hatten ihn sich verdient. Auch Brack genoss die Atmosphäre in vollen Zügen, Vater Rolf nahm alles mit dem Handy auf. Während die Handballer später mit den Fans im Hallenfoyer weiterfeierten, stand Daniel Brack ein paar Meter abseits und ruhte ganz in sich. „Es fühlt sich irgendwie surreal an“, sagte er und lobte spürbar stolz die Spieler: „Lukas Fischer hat in dieser Saison mehr als 300 Tore geworfen, aber andere haben für ihn und für die Mannschaft gearbeitet. Es ist ein richtiges Team.“ Und: „Besser als mit so einem Sieg kann man sich nicht aus Plochingen verabschieden.“ In der kommenden Saison kommt Brack mit dem VfL Pfullingen in die Schafhausäckerhalle zurück.

„Das hier werde ich nie vergessen“, sagte der Trainer noch. So wie wohl alle anderen 1000 Menschen in der Halle auch.

 

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